So zeigen Sie den Preis: neun wichtige Regeln
20.05.2014 16155

So zeigen Sie den Preis: neun wichtige Regeln

Welche Größe sollten Preisschilder haben? Sollte der Preis des Produkts im Schaufenster angezeigt werden? Warum tun manche das? POSFunktionieren Ihre Materialien nicht? Marina Polkovnikova, Expertin für visuelles Merchandising in Modegeschäften und Agenturinhaberin, beantwortet diese und weitere Fragen zur Preispositionierung im Merchandising. VM-mitonsulting.

 Marina Polkovnikova Sie ist Inhaberin von VM-consulting, einer Visual-Merchandising-Agentur für die Modebranche, Merchandising- und Ladenbauberaterin mit zwölf Jahren Erfahrung und Jurymitglied der jährlichen ProFashion Awards. Sie lehrt am Art&Image Institute und gibt Kurse an Wirtschaftshochschulen in Moskau, Nowosibirsk, Irkutsk, Ischewsk, Brjansk und Perm. Regelmäßig nimmt sie an Schulungen und Seminaren zu Merchandising, Lichtdesign und Mitarbeiterschulung teil. Sie war bereits in Fernsehsendungen zu sehen und Gastrednerin beim Fitness Summit 2013.

 VM-Consulting — eine Agentur für visuelles Merchandising im Modebereich. Sie bietet ein breites Leistungsspektrum, von Schaufenstergestaltung und Warenpräsentationsanalysen bis hin zu Ladenumbauten und Mitarbeiterschulungen. Die Produkte der Agentur werden von über 1000 Kunden genutzt, sie hat über 350 individuelle Schaufensterdekorationen entworfen und eingeführt, über 500 Mitarbeiter geschult und über 60 Filialen eröffnet.

 www.vm-consulting.ru

 Händler und Kunden fragen sich oft, ob der erwartete Preis dem tatsächlichen Preis eines Artikels entspricht. Ich höre häufig Sätze wie: „Das ist viel zu teuer!“ oder „Das ist so billig … das ist ja fast schon verdächtig!“ von Kunden in Modegeschäften. Solche Gedanken entstehen, wenn die Gestaltung und Präsentation des Geschäfts nicht dem tatsächlichen Preis des angebotenen Artikels entsprechen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, nicht nur das Erscheinungsbild des Geschäfts auf das jeweilige Kundensegment abzustimmen, sondern auch Preisschilder, Preishalter und POS-Materialien geschickt einzusetzen. In diesem Artikel erläutere ich die Grundregeln für den Umgang mit diesen Elementen des visuellen Merchandisings.

 

Regel Nr. 1: Der Preis sollte immer auf dem Preisschild stehen. Unabhängig von der Preisklasse Ihres Geschäfts sollten Kunden den Preis eines Artikels ohne die Hilfe eines Verkäufers herausfinden können. Ein tief im Schuh verstecktes Preisschild, das alles von der Sohlenart bis zur Chargennummer preisgibt, nur nicht die wichtigste Information, verunsichert Kunden und weckt Misstrauen. „Ist der Preis wirklich so hoch, dass sie mich nicht abschrecken wollen?“ oder „Was stimmt mit dem Artikel nicht, wenn der Preis so versteckt wird?“ – solche Gedanken könnten einem Kunden durch den Kopf gehen, und beides schadet dem Ansehen des Geschäfts.

 

Regel Nr. 2: Der Preis sollte zwischen 20% und 40% des Preisschilds liegen. Dies ist der optimale Bereich, um den Preis deutlich von anderen Zusatzinformationen wie Inhaltsstoffen oder Herstellerangaben abzugrenzen. Verwenden Sie jedoch nicht zu viel Platz für den Preis, da sonst die anderen Informationen schwer lesbar werden. Alles, was nicht gut erkennbar ist, verärgert den Käufer und führt dazu, dass er seine Verärgerung auf das Produkt oder sogar das Geschäft überträgt.

 

Regel Nr. 3: Je höher das Preissegment des Produkts, desto kleiner sollte das Preisschild sein. Große, fett gedruckte Preise sind typisch für Billigläden. Kunden sind daran gewöhnt und interpretieren hohe Preise unbewusst als Schnäppchen. Für Käufer von Schuhen im mittleren Preissegment sind niedrige Preise jedoch nicht der Hauptgrund für den Kauf. Verwirren Sie Ihre Kunden daher nicht mit großen, fett gedruckten Preisen. Beschränken Sie die Preisschilder auf maximal 30 % Rabatt.

 

Regel Nr. 4: Der Preis des Produkts muss im Schaufenster angezeigt werden. Kunden sollten schon beim Betreten eines Geschäfts erkennen können, ob es für sie interessant ist. Preisauszeichnungen im Schaufenster helfen ihnen dabei. Eine Ausnahme bilden jedoch Premiummarken, die unter Umständen keine Preise ausweisen. Man geht davon aus, dass Preise für ihre Kunden irrelevant sind.

 

Regel Nr. 5: Die Größe des Preisschildhalters in der Vitrine ist wichtig. Die Preisinhaber werden platziert Informationen zu Preisen für eine Produktgruppe, beispielsweise für die an Schaufensterpuppen präsentierten Produkte. Hier gilt dieselbe Wahrnehmungsregel: Mehr bedeutet günstiger, weniger bedeutet teurer. Je niedriger das Preissegment eines Produkts, desto größer sollte daher das Preisschild sein. Für Geschäfte im mittleren Preissegment ist A5 die optimale Größe.

 

Regel Nr. 6: Bei Sonderangeboten muss die Preisdifferenz auf dem Preisschild angegeben werden. Streichen Sie dazu den vorherigen Preis durch und schreiben Sie den neuen Preis in größerer Schrift daneben. Beachten Sie diese Regel unbedingt, denn sie ist dank ihrer Klarheit sehr effektiv.

 

Regel Nr. 7: POS-Materialien sollten so einfach wie möglich sein. Ideal gestaltete POS-Materialien enthalten nur minimalen Text, der in einer hellen, kontrastreichen Schriftart geschrieben ist, und vermitteln prägnant eine einzige Idee, wie zum Beispiel „1 + 1 = 3“. Besucher lesen keine Informationsmaterialien, die zu viele Informationen enthalten. Je einfacher und klarer die Botschaft auf dem POS-Material ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie gelesen wird.

Regel Nr. 8: In einem kleinen Geschäft ist es angemessen, maximal drei Arten von Informationsmedien zu verwenden. Diese Medien dienen dazu, das Angebot des Geschäfts zu präsentieren, beispielsweise neue Kollektionen, Aktionen, Rabatte und Sonderangebote. Bei einer Ladenfläche von maximal 100 Quadratmetern sollten Sie eine Überfrachtung mit verschiedenen Informationsmedien vermeiden, da dies die Kunden verwirren und frustriert zum Verlassen des Geschäfts führen kann.

 Regel Nr. 9: Rabattinformationen dürfen nicht im Checkout-Bereich angezeigt werden. Auch wenn der Kassenbereich zu den am stärksten frequentierten Bereichen des Geschäfts gehört, ist es nicht nur sinnlos, sondern sogar schädlich, dort Rabatte zu bewerben. Erstens hat der Kunde den Artikel bereits bezahlt, die Werbeinformationen sind also irrelevant. Zweitens könnte der Kunde nach dem Anblick der Rabattinformationen von einem fast abgeschlossenen Kauf zurücktreten, selbst wenn es sich um einen Artikel aus einer neuen Kollektion handelt. Verleiten Sie den Kunden nicht zum Kauf!

Wie groß sollten die Preisschilder sein? Sollen die Warenkosten in einem Schaufenster angezeigt werden? Warum funktionieren einige POS-Materialien nicht? Zu diesen und weiteren Fragen rund um die Preispositionierung in ...
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