Gerber setzen sich auf der COP 30 für Leder als nachhaltiges Material ein.
10.11.2025 1041

Gerber setzen sich auf der COP 30 für Leder als nachhaltiges Material ein.

Der Klimagipfel COP 30 beginnt in Brasilien. Gerber fordern ein Umdenken bei Naturleder und dessen Anerkennung als nachhaltiges Biomaterial, das eine Kreislaufwirtschaft unterstützt.

Ein neues Manifest des Internationalen Gerbereirats (ICT) fordert die Verhandlungsführer der Vertragsstaatenkonferenz COP30 (UN-Klimakonferenz), die vom 10. bis 21. November in Belém, Brasilien, stattfindet, auf, das verzerrte Bild von Leder zu korrigieren. Das Manifest wurde von mehreren bedeutenden Organisationen unterzeichnet, darunter Leather Naturally und der Dachverband der nationalen Gerber- und Verarbeiterverbände der Europäischen Gemeinschaft (COTANCE).

„Im heutigen Nachhaltigkeitsdiskurs wird Leder weitgehend unterschätzt – manchmal verteufelt, oft unterbewertet und selten als erneuerbares, zirkuläres Nebenprodukt der Tierhaltung anerkannt. Dieses Manifest zielt darauf ab, dieses Ungleichgewicht zu beheben und Leder als positives, erneuerbares Biomaterial innerhalb einer Kreislaufwirtschaft zu positionieren“, heißt es in dem Dokument.

Die Attraktivität der Branche beruht darauf, den Mythos zu widerlegen, dass Rinder wegen ihrer Häute gezüchtet werden. Häute sind ein unvermeidliches Nebenprodukt der Fleisch- und Milchindustrie und machen im Durchschnitt nur 1,5 % des wirtschaftlichen Werts eines Tieres aus.

Die Unterzeichner argumentieren, dass die gängigen Ökobilanzen eine fehlerhafte Methodik anwenden, die Emissionen aus der industriellen Tierhaltung, wie etwa Entwaldung und Methanemissionen, unverhältnismäßig stark den Tierhäuten zuschreibt. Dadurch entsteht der Eindruck, Leder sei ein umweltschädliches Produkt, und seine Rolle in einem geschlossenen Kreislauf, der die Verschwendung wertvoller Materialien verhindert, wird verschleiert. Aktuell landen jährlich Millionen von Tierhäuten auf Mülldeponien oder werden verbrannt.

„Der Verzicht auf Leder rettet nicht die Kuh. Er verschwendet ein haltbares, reparierbares Material und ersetzt es durch synthetische Materialien, die ausschließlich aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden.“

Das Manifest betont, dass Leder bei verantwortungsvoller Gerbung ein natürliches, erneuerbares Biomaterial mit unvergleichlicher Lebensdauer ist. Ein hochwertiges Lederprodukt hält jahrzehntelang, ist reparierbar und, im Gegensatz zu anderen Materialien, biologisch abbaubar.

Leder vereint Funktionalität und Tradition: Schuhe können jahrelang halten, und eine Tasche aus echtem Leder kann als Erbstück weitergegeben werden, anstatt weggeworfen zu werden.

Um Leder einen festen Platz in der Nachhaltigkeitsagenda zu sichern, fordern Organisationen die COP30 auf, konkrete Maßnahmen zu unterstützen. Dazu gehören die Förderung von Ökobilanzmethoden, die Nebenprodukte präzise erfassen, die Unterstützung von „Slow Fashion“ und langlebigen biobasierten Materialien, die über viele Jahre genutzt werden können, sowie die formale Anerkennung der Kreislauffähigkeit und Klimaeffizienz von Leder und seines positiven Beitrags zur Reduzierung der Klimabelastung durch Konsumgüter.

Der Klimagipfel COP 30 beginnt in Brasilien. Gerber fordern ein Umdenken bei Naturleder und dessen Anerkennung als nachhaltiges Biomaterial, das eine Kreislaufwirtschaft unterstützt.
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