Welche Faktoren beeinflussen die Preisgestaltung und wie arbeitet man mit Einzelhandelspreisen für Schuhe?
17.11.2025 4682

Welche Faktoren beeinflussen die Preisgestaltung und wie arbeitet man mit Einzelhandelspreisen für Schuhe?

Der Schuhhandel ist eine Branche, die stark von der Saisonalität abhängt. Die Preisgestaltung im Schuhgeschäft wiederum wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, von den Produktionskosten über Wetterschwankungen bis hin zu regionalen Gegebenheiten.

Emina Ponyatova, Expertin für Produktsortiment und -management bei SR, erörtert die wichtigsten Grundsätze der Preisgestaltung von Schuhen sowie die wichtigsten Druckfaktoren und Herausforderungen, denen sich Schuhhändler im Jahr 2025 gegenübersehen, und gibt Empfehlungen, wie ein erfolgreicher und profitabler Einzelhandel sichergestellt werden kann.

Emina Ponyatova Emina Ponyatova -

Experte in den Bereichen „Sortimentsplanung“, „Analytics und Category Management“ mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Berufserfahrung: Einkäufer und Category Manager – Marken Replay, Pepe Jeans, Hugo Boss, Armani Collezioni, Stefanel, Missoni. Leiter der analytischen Abteilung – TsentrObuv und Modis. Autor und Redner bei Kursen an den Schulen Fashion Factory, SkillBox und Fashion Advisers, Berater und Online-Coach, Lehrer an der nach G.V. benannten Russischen Wirtschaftsuniversität. Plechanow.

Die Preisgestaltung im Schuhhandel hängt von vielen Faktoren ab: Kosten, Marktpositionierung, Wettbewerb, Nachfrage und Markenstrategie. Betrachten wir die wichtigsten Preisprinzipien.

1. Produktionskosten Der Basispreis setzt sich aus folgenden Kosten zusammen:

  • Materialien (Leder, Textilien, Gummi, Beschläge);
  • Produktion (Arbeitskräfte, Ausrüstung, Miete);
  • Logistik (Lieferung von Rohstoffen und Fertigprodukten);
  • Gemeinkosten (Marketing, Verpackung, Zertifizierung).

Beispiel:

 Kostet die Herstellung eines Paars Turnschuhe 2.000 Rubel, sollte der Mindestpreis diese Kosten zuzüglich Gewinn decken. Dies erfordert die Berücksichtigung aller Faktoren und Ausgaben, einschließlich der Werbekosten. Oftmals sind in den Warenkosten nicht einmal Lagerkosten und Restbestände enthalten. Idealerweise sollten alle Faktoren präzise berechnet und in die Produktionskosten einkalkuliert werden.

2. Gewinnspanne und Rentabilität

Die Gewinnspanne im Schuheinzelhandel liegt üblicherweise zwischen 50 und 300 %, je nach Segment:

  • Massenmarkt (Zara, Bershka) – 50–150 %
  • Prämie (Geox, Ecco) – 100–200 %
  • Luxus (Gucci, Louis Vuitton) – 200-500% und mehr.

Formel zur Berechnung des Einzelhandelspreises unter Berücksichtigung des Aufschlags: Einzelhandelspreis = Kaufpreis × (1 + Aufschlag in Aktien)
oder
Verkaufspreis = Einkaufspreis + (Einkaufspreis × Aufschlag in %/100)

Berechnungsbeispiel:

Angenommen, ein Geschäft kauft ein Produkt für 2.000 Rubel ein, und der Aufschlag beträgt 30 %. In diesem Fall sähe der Einzelhandelspreis wie folgt aus:
2.000 × (1 + 0,30) = 2.000 × 1,30 = 2.600 Rubel

Umgekehrte Berechnung (Aufschlag vom Einzelhandelspreis):
Sind der Einzelhandelspreis und der Einkaufspreis bekannt, lässt sich der Aufschlag als Prozentsatz ermitteln:
Gewinnaufschlag (%) = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) × 100 %

Bei der Berechnung der Rentabilität oder des Aufschlags ist es wichtig, einen differenzierten Ansatz zu verwenden: Setzen Sie einen niedrigeren Aufschlag für Basisprodukte und einen höheren Aufschlag für Mode- oder risikoreiche Produkte an.

3. Wettbewerb und Marktpositionierung

Hier operieren die meisten Geschäfte in drei Segmenten:

  • Economy-Segment: Preise unterhalb des Marktdurchschnitts, Schwerpunkt auf Absatzvolumen;
  • mittleres Segment: ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis (Nike, Adidas);
  • Premium: Hoher Preis als Statussymbol.

Die Analyse der Preise von Mitbewerbern hilft Ihnen, die optimale Preisspanne zu bestimmen und das passende Preisniveau festzulegen. Sobald Sie Ihre Positionierung gewählt haben, ist es jedoch wichtig, an Ihrer ursprünglichen Strategie festzuhalten und die Ihrer Preisgestaltung zugrunde liegenden Kernwerte Ihrer Zielgruppe zu vermitteln.

4. Nachfrage und Saisonalität

Der Schuhmarkt ist stark saisonabhängig. Hier sind einige Möglichkeiten, Preis und Nachfrage zu beeinflussen:

  • Rabatte in der Nebensaison (Winterschuh-Schnäppchen im Frühling);
  • steigende Preise für Trendmodelle (zum Beispiel Sneaker in limitierter Auflage);
  • flexible Preise (z. B. dynamische Preisgestaltung in Online-Shops).

Bei der Festlegung des anfänglichen Verkaufspreises ist es wichtig, alle relevanten Daten zu berücksichtigen und die Möglichkeit einzuplanen, den Preis während der Saison durch Rabatte und Sonderaktionen zu beeinflussen. Ein höherer Aufschlag zu Beginn einer Produktlinie ermöglicht Rabatte oder Sonderaktionen. Ein niedrigerer Aufschlag signalisiert hingegen Vertrauen in die Absatzzahlen und ein geringeres Rabattpotenzial. Anders ausgedrückt: Je höher das Risiko unverkaufter Produkte ist, desto höher sollte der Aufschlag sein.

Auf diese Weise sichern wir uns gegen Risiken ab.

5. Vertriebskanäle und deren Einfluss auf den Preis

Heutzutage agieren Unternehmen und Marken gleichzeitig auf mehreren Kanälen:

  • stationäre Geschäfte – höhere Preise (Miete, Personal);
  • Online-Verkäufe – Sie können den Preis senken, indem Sie bei der Miete sparen;
  • Großhandelskäufe – Mengenrabatte;
  • Marktplätze – hohes Besucheraufkommen, aber auch hoher Wettbewerb.

Jeder Vertriebskanal hat seine Besonderheiten, doch eine Omnichannel-Strategie – die alle Vertriebskanäle zur Kostenoptimierung nutzt – ist aktuell am relevantesten. Sie können mit Online-Verkäufen, Marktplätzen oder dem Großhandel beginnen und später auf stationäre Geschäfte ausweiten.

6. Marke und wahrgenommener Wert

Der Einzelhandelspreis kann durch den Grad der Markenbekanntheit und des Wiedererkennungswerts beeinflusst werden: 

- Bekannte Marken können aufgrund ihres Images die Preise in die Höhe treiben; 

- Startups beginnen oft mit niedrigen Preisen, um Kunden anzulocken.

7. Zusätzliche Faktoren

  • Zollgebühren (für importierte Schuhe).
  • Wechselkurs (falls Material/Produktion im Ausland erfolgt).
  • Exklusivität (handgefertigt, limitierte Kollektionen).

1. Wirtschaftsfaktoren

  • Ein Rückgang der Kaufkraft aufgrund von Inflation, Krisen oder steigender Arbeitslosigkeit.
  • Kostensteigerung (Logistik, Rohstoffe, Energieressourcen).

Was zu tun ist?
Optimierung des Produktsortiments (Fokus auf das erschwingliche Segment + Premiumsegment für eine treue Kundschaft).
Führen Sie flexible Rabattsysteme und Ratenzahlungspläne ein.

2. Wettbewerb und Digitalisierung

  • Wachstum des Online-Handels (Druck durch Marktplätze, D2C-Marken).
  • Kundenerwartungen: schnelle Lieferung, Personalisierung, einfache Rückgabe.
Was zu tun ist?
Entwicklung eines Omnichannel-Ansatzes (Online-/Offline-Integration, Anprobe via AR, Click & Collect).
Stärkung des digitalen Marketings (Targeting, UGC-Inhalte, Kooperationen mit Influencern).

3. Nachhaltige Entwicklung und Ethik

  • Nachfrage nach umweltfreundlichem Schuhwerk (recycelte Materialien, Klimaneutralität).
  • Regulatorische Anforderungen (Steuern auf Fast Fashion, Verbote schädlicher Materialien).

Was zu tun ist?
Nachhaltige Kollektionen einführen und mit lokalen Produzenten zusammenarbeiten.
Kommunizieren Sie mit Ihren Kunden und informieren Sie sie über Ihre umweltfreundlichen Initiativen (über Verpackungen und soziale Medien).

4. Sich ändernde Verbrauchertrends

  • Verlagerung der Nachfrage hin zu Komfortschuhen (Sneakers, Unisex-Modelle) und Hybrid-Schuhen (Büro + Sport).
  • Wachstum des Sekundärmarktes (Wiederverkauf, Schuhverleih).

Was zu tun ist?
Trends über soziale Netzwerke (TikTok, Pinterest) beobachten.
Neue Modelle testen (z. B. Kooperationen mit Designern).

5. Logistik und Lieferketten

  • Geopolitische Instabilität (Sprengung von Ketten, Sanktionen).
  • Die Notwendigkeit einer schnellen Reaktion auf die Nachfrage (Beschleunigung der Produktion bis zum Verkaufsregal).

Was zu tun ist?
Diversifizierung der Lieferanten (Asien + Türkei/Osteuropa).
Technologien zur Bedarfsprognose (KI, Big Data) einsetzen.

6. Personalisierung und Kundenerlebnis

  • Warten auf die Anpassung (Designanpassung, 3D-Druck).
  • Die Bedeutung von Service: Beratung, Kundendienst.

Was zu tun ist?

  • Implementieren Sie Treueprogramme mit personalisierten Angeboten.
  • Schulung der Mitarbeiter in Soft Skills (Beratung zu Nachhaltigkeit, Auswahl nach Stil).

Lassen Sie uns aus all dem oben Gesagten eine Schlussfolgerung ziehen. 
Um im Jahr 2025 erfolgreich zu sein, müssen Schuhhändler Folgendes leisten:
- Flexibilität (Anpassung an die Wirtschaft und Trends);
- Digitalisierung (Verbesserung des Kundenerlebnisses, Kanalintegration);
- Nachhaltigkeit (Ökologie + Ethik als Wettbewerbsvorteil);
- Fokus auf den Kunden (Personalisierung + Service).
  Einzelhändler, die diese Elemente kombinieren können, werden nicht nur dem Druck standhalten, sondern auch ihren Marktanteil ausbauen können.

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